Gemeint ist solidarisches Verhalten von Menschen, die von einer konkreten Benachteiligung nicht selbst betroffen sind, ihre Position aber nutzen können, um Ungleichheiten abzubauen.

Das kann sehr unspektakulär aussehen. Zuhören. Eine diskriminierende Aussage nicht einfach stehen lassen. Netzwerke teilen. Einer anderen Person Raum geben, statt selbst noch einen Beitrag zu machen. Oder dafür sorgen, dass jemand überhaupt die Möglichkeit bekommt, die eigene Perspektive einzubringen.

„Allyship ist ein Verhalten, kein Status.“

Gerade im KMU wirkt persönliches Verhalten schnell

In kleineren Unternehmen spielen Beziehungen eine große Rolle. Man kennt sich, arbeitet eng zusammen und Entscheidungen laufen oft über wenige Personen. Wer in so einem Umfeld Türen öffnet oder bei Diskriminierung nicht schweigt, verändert unmittelbar etwas.

Das gilt besonders für Führungskräfte. Was sie ansprechen, dulden oder vorleben, wird im Team schnell zum Signal dafür, was normal ist.

Allyship heißt nicht, für andere zu sprechen

Der Punkt ist gerade nicht, selbst zur Hauptfigur zu werden. Wer Allyship ernst nimmt, schafft Raum. Manchmal heißt das, die eigene Bühne weiterzugeben. Manchmal heißt es, bewusst zuzuhören. Und manchmal schlicht zu fragen, welche Unterstützung überhaupt gewünscht ist.

Die Sichtbarkeit des Verbündeten ist dabei ziemlich nebensächlich. Interessanter ist, wer vorher nicht gehört wurde und jetzt eine echte Möglichkeit bekommt, selbst zu sprechen.

Der Text basiert auf Gedanken aus meinem Buch Crashkurs Diversity Management und – wo passend – aus früheren Beiträgen von mir. Für die Website habe ich sie gekürzt und neu geordnet.