Eine starke Fachkraft kann fachlich brillant sein und in einer Führungsrolle trotzdem kämpfen. Das hat nicht zwingend etwas mit schlechter Absicht zu tun. Führung ist schlicht ein anderer Job als Facharbeit.
Ich habe das auf LinkedIn einmal ziemlich drastisch als Weg „vom Top-Performer zum Totalausfall“ beschrieben. Gemeint war genau dieses Muster: Menschen werden befördert, weil sie fachlich gut sind. Danach sollen sie plötzlich Teams führen, sicher kommunizieren, Verantwortung anders verteilen und mit Erwartungen umgehen, auf die sie vorher niemand vorbereitet hat.
Karriere = Führung ist ein schwaches Modell
Wenn Führung der einzige sichtbare Weg nach oben ist, landen zwangsläufig Menschen in Rollen, die gar nicht zu ihren Stärken passen. Gleichzeitig verlieren Unternehmen gute Fachkräfte genau dort, wo sie vorher stark waren.
„Führung ist kein Statussymbol. Kein Upgrade. Kein Next Level.“
Führung braucht andere Fähigkeiten als Fachkompetenz. Das heißt nicht, dass Fachwissen unwichtig wäre. Es heißt nur, dass fachliche Leistung allein kein belastbarer Grund für eine Führungsentscheidung ist.
Fachkarrieren müssen echte Alternativen sein
In meinem ursprünglichen Beitrag waren für mich drei Dinge entscheidend: Fachkarrieren müssen als echte Alternative zur klassischen Führungskarriere möglich sein. Führung sollte gezielt entwickelt und trainiert werden. Und Menschen sollten Rollen bekommen, in denen sie ihre tatsächlichen Stärken ausspielen können.
Das ist am Ende weder besonders revolutionär noch kompliziert. Es verlangt nur, Karriere nicht automatisch mit Personalverantwortung gleichzusetzen.
Der Text basiert auf einem früheren LinkedIn-Beitrag von mir. Für die Website habe ich ihn gekürzt und neu geordnet.