In kleinen Unternehmen ist Sprache ziemlich direkt. Es gibt selten abgestimmte Kommunikationsleitlinien für jede Situation. Man redet, wie man eben redet. Genau dadurch entstehen Nähe, Tempo und manchmal auch Probleme.

Ein Satz kann nebenbei fallen und trotzdem hängenbleiben. Im Buch nutze ich das Beispiel „die jungen Leute sind halt nicht mehr so belastbar“. Vielleicht ironisch gemeint, vielleicht einfach unbedacht. Bei den Menschen, über die gesprochen wird, kommt die Zuschreibung trotzdem an.

Intent ≠ Impact

Der Satz ist mir nach einer Diversity-Konferenz hängen geblieben, weil er viele Diskussionen ziemlich gut zusammenfasst. Absicht und Wirkung sind zwei verschiedene Dinge. Eine gute Absicht ist relevant. Sie macht eine schlechte Wirkung aber nicht automatisch ungeschehen.

Umgekehrt macht ein Satz, der danebenliegt, jemanden auch nicht automatisch zu einem schlechten Menschen. Genau deshalb bringt es wenig, jedes Gespräch sofort in Schuld und Verteidigung zu ziehen.

„Man darf nichts mehr sagen“ ist oft auch Unsicherheit

Dieser Satz wirkt schnell trotzig. Im Buch ordne ich ihn aber auch als Orientierungslosigkeit ein. Sprache verändert sich. Begriffe verändern sich. Wer nicht versteht, warum bestimmte Formulierungen verletzend sein können, erlebt deren Vermeidung schnell als Einschränkung.

Was hilft, ist Klarheit. Niemand muss jede sprachliche Entwicklung auswendig kennen. Es reicht als Anfang, Wirkung ernst zu nehmen, nachzufragen und bereit zu sein, aus Rückmeldungen etwas zu machen.

„Auch wenn Sprache schnell passiert, die Wirkung bleibt.“

Der Text basiert auf Gedanken aus meinem Buch Crashkurs Diversity Management und – wo passend – aus früheren Beiträgen von mir. Für die Website habe ich sie gekürzt und neu geordnet.