Im Buch beschreibe ich toxische Kultur als ein System, das sich über Routinen stabilisieren kann. Anpassung bringt Anerkennung, Konflikte gelten als Risiko und Schweigen wird irgendwann zur normalen Reaktion.

Nach außen kann so ein Unternehmen sogar ziemlich harmonisch wirken. Intern werden Hinweise geschluckt, Unsicherheiten überspielt und Entscheidungen so getroffen, dass möglichst niemand Anstoß nimmt. Das Problem daran: Lernen wird schwierig, wenn Reibung grundsätzlich als Störung gilt.

Nähe kann im KMU auch Abhängigkeit schaffen

Gerade kleine Teams haben oft enge Beziehungen. Das ist meistens eine Stärke. Es kann aber auch dazu führen, dass Menschen Kritik zurückhalten, weil sie niemanden bloßstellen oder eine persönliche Beziehung belasten wollen.

So entsteht schnell eine stille Übereinkunft: Wir halten es lieber ruhig. Kurzfristig fühlt sich das angenehm an. Langfristig werden Probleme unsichtbar, bis sie sich nicht mehr ignorieren lassen.

Vielfalt ist einfach, solange sie bequem bleibt

Ein Gedanke aus dem entsprechenden Kapitel ist mir besonders wichtig: Eine Organisation zeigt nicht dadurch, wie vielfältig sie ist, dass Unterschiede auf dem Papier vorhanden sind. Spannend wird es erst, wenn unterschiedliche Perspektiven tatsächlich Reibung erzeugen.

Dann zeigt sich, ob Widerspruch ausgehalten wird, ob Fehler angesprochen werden können und ob Menschen sich äußern, ohne negative Folgen befürchten zu müssen. Genau da wird psychologische Sicherheit relevant.

„Eine Kultur, die alles im Guten halten will, verliert ihre Beweglichkeit.“

Der Text basiert auf Gedanken aus meinem Buch Crashkurs Diversity Management und – wo passend – aus früheren Beiträgen von mir. Für die Website habe ich sie gekürzt und neu geordnet.